Bevor wir uns mit spezifischen Wellenlängen des roten Lichts und ihren Anwendungsgebieten befassen, ist es wichtig, die grundlegenden Arten von rotem Licht zu verstehen. Die Klassifizierung basiert auf der Lage der Wellenlängen im elektromagnetischen Spektrum. Das Spektrum der Rotlichttherapie beginnt mit rotem Licht, geht über in den Nahinfrarotbereich (NIR) und schließlich in den Infrarotbereich (IR). Lichtwellenlängen werden in Nanometern (nm) gemessen. Ein Nanometer entspricht einem Milliardstel Meter.
Das kürzeste aller roten und nahinfraroten Wellenlängen, das rote Licht (auch als kurzwelliges rotes Licht bekannt), hat eine Wellenlänge von etwa 600 bis 700 nm.
Rotes Licht liegt im sichtbaren Bereich des Lichtspektrums und ist somit für das menschliche Auge sichtbar. Es befindet sich jedoch im langwelligen Bereich des Spektrums. Rotes Licht hat die längsten Wellenlängen, die für das menschliche Auge noch erkennbar sind. Grünes, blaues und violettes Licht haben kürzere Wellenlängen als rotes Licht (im mittleren und unteren Bereich des Spektrums) und sind ebenfalls sichtbar. Jede Lichtfarbe besitzt einzigartige heilende Eigenschaften, die in unserem Artikel zur Farbtherapie detailliert beschrieben werden. Je kürzer die Wellenlänge und je weiter unten im Spektrum sich das Licht befindet, desto weniger effektiv dringt es in den Körper ein und kann dort Veränderungen und Heilungsprozesse auf zellulärer Ebene anregen.
Kurzwelliges rotes Licht dringt etwa acht bis zehn Millimeter tief in den Körper ein und erreicht die Mitochondrien der Hautzellen sowie weitere Zellen, die sich direkt unter der Haut befinden. Rotes Licht erzeugt keine Wärme, obwohl Sie während der Behandlung ein leichtes und angenehmes Wärmegefühl auf der Haut verspüren können.
Rotes Licht eignet sich am besten zur Behandlung von Hauterkrankungen, leichten Entzündungen und zur Beschleunigung der Wundheilung. Kurzes rotes Licht hat keine Nebenwirkungen. Es kann weder die Haut verbrennen noch tieferliegendes Gewebe schädigen.
Alle Wellenlängen des roten LED-Lichts bieten Vorteile, aber Wellenlängen von 630 bis 680 nm weisen die größte Heilkraft auf.
Infrarotlicht ist für das menschliche Auge unsichtbar. Es ist der langwelligste Anteil des roten Lichts im Spektrum und fühlt sich auf der Haut warm an (ähnlich oder sogar heißer als Sonnenlicht). Infrarotlicht zählt zu den Lichtenergien, ist aber nur spürbar, nicht sichtbar. Daher wird es auch als Infrarotwärme bezeichnet. Technisch gesehen ist Infrarotlicht thermische Energie, das heißt, es erzeugt Wärme.
Da das Lichtspektrum kontinuierlich ist, gibt es keine festgelegte Grenze für den genauen Beginn des Infrarotbereichs. Im Allgemeinen gelten Wellenlängen von etwa 900 bis 1400 nm als Infrarot.
Infrarotlicht kann bis zu 2,5 Zentimeter tief in die Haut eindringen. Das ist etwa das Dreifache der Eindringtiefe von kurzwelligem rotem Licht.
Aufgrund seiner thermischen Eigenschaften kann Infrarotlicht Verbrennungen auf der Haut und Schäden an Augen oder anderem Körpergewebe verursachen (im Gegensatz zu Rotlicht, das für die Augen unbedenklich ist). Daher muss Infrarotlicht mit Vorsicht und Sorgfalt angewendet werden. Es wird üblicherweise nur in extremen Fällen und nicht für die routinemäßige Rotlichttherapie eingesetzt.
Infrarotlicht wird hauptsächlich zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen wie traumatischer Hirnverletzungen, starker Schmerzen, Alzheimer und anderer neurodegenerativer Erkrankungen sowie zur Verstärkung der Wirkung einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen eingesetzt.
Nahinfrarotlicht liegt im Spektralbereich zwischen kurzwelligem Rotlicht und Infrarotlicht. Es stellt gewissermaßen eine „Grauzone“ im Bereich des Rotlichts dar, erweist sich aber als äußerst nützlich für therapeutische Zwecke.
Da das Spektrum kontinuierlich ist, gibt es keine „magische Zahl“, die den genauen Beginn oder das Ende des Nahinfrarotbereichs (NIR) markiert. Allgemein gilt jedoch, dass der Wellenlängenbereich des NIR-Lichts zwischen etwa 700 und 900 nm liegt.
Die Sichtbarkeit von Nahinfrarotlicht ist variabel. Es liegt im Grenzbereich zwischen dem oberen Ende des roten Lichtspektrums und dem unteren Ende des Infrarotbereichs; daher ist Nahinfrarotlicht im unteren Bereich sichtbar und im oberen Bereich unsichtbar. Der Übergang vom Sichtbaren zum Unsichtbaren findet etwa im oberen Bereich des Spektrums statt.
Nahinfrarotlicht dringt tiefer in den Körper ein als rotes Licht, aber weniger tief als Infrarotlicht. Nahinfrarotlicht ist sicherer als Infrarotlicht, da es zwar im Bereich der thermischen Strahlung liegt, sein Potenzial, die Haut zu verbrennen oder tiefe Gewebeschäden zu verursachen, jedoch deutlich geringer ist als das von Infrarotlicht.
Während rotes Licht keine schädlichen Nebenwirkungen hat, Infrarotlicht hingegen potenziell schon, liegt Nahinfrarotlicht (NIR) irgendwo dazwischen. Bei sicherer und sorgfältiger Anwendung kann es jedoch große Vorteile bei minimalem Risiko von Nebenwirkungen bieten.
Ähnlich wie bei rotem Licht weisen bestimmte NIR-Wellenlängen einen größeren therapeutischen Nutzen auf als andere. NIR-Licht im Bereich von 800 bis 880 nm zeigt das höchste Heilungspotenzial innerhalb dieses Spektrums.
Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass jeder Mensch einzigartig ist und was für den einen funktioniert, muss nicht unbedingt für den anderen optimal sein. Dies gilt für bestimmte Wellenlängen, Wellenlängenkombinationen und Gerätetypen. Kein Mensch gleicht dem anderen, und jeder reagiert anders auf Rotlichttherapie. Eine personalisierte Strategie ist daher am besten.
Ein kurzer Satz, der beschreibt, was jemand durch ein Abonnement erhält.